Klassen für Schüler/innen ohne Berufsausbildung (KSoB)
Viele Jugendliche haben ein Problem. Die Schule macht ihnen keinen Spaß. Nach dem Motto: 10 Jahre sind mehr als genug, schleppen sie sich durch den Schulalltag der weiterführenden Schulen, nerven die Lehrer und am meisten sich selbst. Eine Ausbildung oder geeignete Arbeit ist nicht in Sicht. Sie wissen nicht, wie sie die anonyme Wand der Misserfolge durchbrechen können.
Dabei haben sie viele Stärken: Sie können Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen, verhandeln, telefonieren, eine Veranstaltung organisieren. Der PC gehört zum Alltag wie die Zahnbürste und wird als Informationsquelle, Schreibgerät und Taschenrechner benutzt. Neben ihrem „Schuljob“ verdienen sie sich im Service ihr Taschengeld.
Wo ist die Alternative?
Das Joseph-DuMont-Berufskolleg bietet Schülerinnen und Schülern eine Alternative. In den „BerufspraXisklassen“ besuchen die Schülerinnen und Schüler zwei Tage den Unterricht; drei Tage in der Woche arbeiten sie als Praktikanten in einem Betrieb ihrer eigenen Wahl. Ziel ist es, sie über die einjährige BerufspraXisklasse in eine Ausbildung zu vermitteln. Schülerinnen und Schüler mit Mittlerer Reife können nach erfolgreichem Praktikum und gutem Schulerfolg in die 2jährige Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung wechseln.
Arbeiten in Schule und Betrieb
Während des Praktikums werden die schulischen Inhalte und die Tätigkeiten im Betrieb aufeinander abgestimmt. Die betrieblichen Arbeiten sind in sog. „Qualifizierungsbildern“ definiert. Jeder Praktikant erhält über die durchlaufenen Praxisfelder eine Bescheinigung, die von den zuständigen Kammern bestätigt worden ist. Das schulische Lernen orientiert sich an der Praxis, legt die Grundlagen für ein selbstständiges Arbeiten im Betrieb. Regelmäßig – alle vier bis sechs Wochen – besucht das Klassenteam die Praktikanten, bespricht ihre Fortschritte wie Defizite mit den Betriebsvertretern, dokumentiert Lernerfolge und legt weitere Ziele fest.
Schule geht mit diesem Modell neue Wege: Schule und Betrieb arbeiten konsequent und für den Praktikanten spürbar zusammen. Das hilft den Praktikanten, bei Schwierigkeiten sich nicht in die Tasche zu lügen, eigene Defizite zu bearbeiten und für die Praxis zu lernen. Die Praktikumsbetriebe werden unterstützt, sich nicht in Ausbildungsmüdigkeit zurückzuziehen, sondern sich selbst geeignete Kandidaten für eine spätere Ausbildung zu suchen und heranzubilden.
Anmeldung
Eine Eingangsberatung ist Voraussetzung für die Anmeldung. Die schulischen Begleiter der Klasse möchten dabei folgende Fragen klären: Wo sind die Stärken des Bewerbers? In welcher Tätigkeit sieht er/sie sich in den nächsten Jahren? Was weiß er/sie über einen angestrebten Beruf? Die Praktikumssuche selbst läuft in eigener Verantwortung. Nur in „Notfällen“ schaltet sich der schulische Berater ein. Ein Praktikumsvertrag wird zwischen Schüler, Betrieb und Schule abgeschlossen. Bei erfolgreichem Praktikum wird eine Ausbildung in Aussicht gestellt.



