Datenbank gegen das Vergessen

arolsen archiv 1Die Akten aus den Konzentrationslagern und des International Tracing Service wurden in der nordhessischen Kleinstadt zusammengetragen und gescannt. Über die Aktion #erverynamecounts geben Freiwillige den Namen und die Daten der Akten in eine Suchmaske ein. „Wenn die Daten dreimal unabhängig voneinander gleich eingegeben wurden, gilt das Dokument als verifiziert und wird in das Archiv übernommen“, erklärt die Auszubildende.

Als die Lehrerinnen und Lehrer des Joseph-DuMont-Berufskollegs von der Crowdsourcing-Initiative erfuhren, organisierten sie, dass die Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts sich daran beteiligten. „Allerdings nimmt es einen schon mit, wenn man sich die Schicksale den Menschen durchliest, von denen die Akten berichten“, sagt Maria Sieverding, Fachlehrerin bei den FAMIs. Wer bereits einiges über den Holocaust und die in den Konzentrationslagern Inhaftierten weiß, der erfahre durch die Beschäftigung mit den Scans viele weitere Details über die dortigen Verhältnisse. „Gleichzeitig kann man auch etwas zur Überlebenswahrscheinlichkeit im KZ sagen“, ergänzt Sigrid Haller-Rübbeck. So steht ein roter Winkel für politische Gefangene. Haller-Rübbeck: „Sie hatten in der Regel eine hohe Überlebenswahrscheinlichkeit, anders als jüdische Inhaftierte.“ Die aufgewendete Zeit für das Erfassen der Daten sei ein aktiver Beitrag gegen das Vergessen und eine gute Form, auch 77 Jahre nach Kriegsende an diese Gräuel zu erinnern, fügt sie hinzu.

Text: Bernadette Scheurer

Fotos: Arolsen Archives, hier und hier!